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Design trifft Psychologie: Wie Archetypen dein Branding stärken

vier Frauen als Beispiele für das Archetypen-Konzept. Von links nach rechts: die Herrscherin, selbstbewusst im Business Anzug mit teurer Uhr, die Schöpferin in ihrem Atelier mit Farbresten auf der Kleidung, die Entdeckerin mit Fernglas in einem Reservat, die Weise als Yogalehrerin, meditierend mit Mala Gebetskette
Die Archetypen sind ein wunderbares Werkzeug zu Stärkung deiner Marke (KI-generiertes Bild)

Warum identifizieren wir uns mit manchen Marken sofort oder bleiben ihnen jahrelang treu? Weil sie mit unseren Werten übereinstimmen und uns emotional abholen. Sie nutzen psychologische Muster, um Verbindung zu schaffen.

Was sind Archetypen?

Ein psychologisches Grundgerüst für Marken

Sie können gerade für Gründer interessant sein, denn wenn man einmal „seinen Typ bestimmt hat“, findet man im Netz gleich komplette Pakete mit Kernwerten, Farbpaletten, Bildmotiven und sogar das passende Wording. (Eine Mini-Übersicht findest du unten)

Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann dieses Konzept spannend sein, denn die Archetypen helfen dabei, uns die eigene Brand bzw. unseren Idealkunden als Mensch vorzustellen. Durch diese neue Perspektive kommt häufig mehr Tiefe ins Marketing.

Der Ursprung der Archetypen

Platon, Jung und Pearson

Im antiken Griechenland nutzen Philosophen wie Platon den Begriff „Archetypus“ um menschliche Urbilder damit zu beschreiben.

Ab ca. 1910 entwickelte der bekannte Psychiater Carl Gustav Jung das Konzept weiter und definierte erst vier, später 12 Archetypen, die wir sowohl in Mythen und Märchen finden, als auch in unserem Alltag. C. G. Jung ging es darum, das eigene Denken, Verhalten und Erleben damit besser zu verstehen. Generell geht man in der Psychologie davon aus, dass jeder von uns Anteile von allen Archetypen in sich trägt.

Die amerikanische Psychologin und Pädagogin Carol S. Pearson hat diese 12 Archetypen dann aufs Business übertragen, wodurch der Fokus auf ein bis zwei Archetypen pro Unternehmen gerückt wurde. Alles andere würde das Marketing auch verwässern.

Branding ohne Schubladendenken:

Wie ich die Psychologie der Archetypen nutze

In meine Brandings lasse ich das Wissen um die Archetypen einfließen und kläre z. B. Werte, Motivation und Ausrichtung. Ich benenne es aber explizit nicht als Archetypen-Konzept, denn zum einen deckt es nicht alles ab, zum anderen scheinen diese fertig geschnürten „Design-Pakete“ dort draußen im Web zwar eine einfache Lösung zu sein, aber eben auch eine austauschbare. Ich möchte vermeiden, dass meine Kunden sich von Schubladen einschränken lassen. Wer beispielsweise sein Horoskop liest, findet sich meist auch in den (generischen) Aussagen wieder. Beim Markenaufbau geht es je genau darum, deine einzigartige Persönlichkeit zu vermitteln.

Was ich z. B. häufig sehe ist eine Fehlinterpretation des Archetyps „Magier“. Hierbei geht es um Transformation. Sobald jemand sich und seine Arbeit darin wiederfindet, wird gleich mit Violett, Goldstaub und mystischen Bildern um sich geworfen. Zu einer Fantasy Autorin mit starken Figuren-Entwicklungen mag das passen. Zu einer Nervensystem Coachin eher nicht. Wahre Magie bedeutet für ihre Klienten sichtbar mehr Lebensqualität, weg von totaler Erschöpfung, hin zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Mit einer kitschigen Optik wertest du deine Expertise ab.

Sieh die Archetypen als lebendige Figuren – deine Weise sieht anders aus und hat andere Interessen als meine. Zwäng sie nicht in ein Kostüm von der Stange, sondern komm in einen Dialog, um daraus deine eigene Interpretation zu schaffen.

Welche Archetypen passen zu Coaches und Health-Expertinnen?

The Caregiver, The Sage, The Innocent und The Regular Guy spiegeln sich besonders häufig in der Arbeit der Berater- und Gesundheitsbranche wider. Es geht um Hilfe und Fürsorge, tiefe Weisheit (häufig wissenschaftlich untermauert), Toleranz und die Suche nach Glück sowie um Verbundenheit und Empathie.

Um Klischees zu vermeiden ist es ratsam, einen Haupt-Archetyp mit einem ergänzenden Archetyp zu kombinieren. Plus eine ordentliche Portion „Du“.

Beispiele für Archetypen Branding

Anhand von Beispielen wird das Ganze vielleicht deutlicher:

Laura Malina Seiler (Spirituelles Coaching) bedient mit ihren Angeboten sowohl die Magierin als auch die Weise. Sie stößt weitreichende Transformationen an und nutzt spirituelle Elemente wie Meditation, Visualisierung und Channeling. Sie verweist dabei regelmäßig auf wissenschaftliche Erkenntnisse, z. B. zu Veränderungen im Gehirn durch Meditation.

Mady Morrison (Yoga & Lifestyle) verkörpert eine Kombination aus der Unschuldigen und der Fürsorglichen. Es geht ihr darum, das eigene Leben zu verbessern, ihm Sinn zu geben und dadurch letztendlich ein besseres, glücklicheres Leben zu führen. In der Art, wie sie mit Menschen spricht und wie sie unterrichtet, wird ihre ehrliche Fürsorge spürbar. Sie belehrt nicht und übt keinen Druck aus, sondern teilt sozusagen einfach ihr Wissen und ihre Freude.

Olivia Grimaud (Onlinebusiness + KI Coaching) hat bewusst die Heldin als ihren Haupt-Archetyp gewählt und erzählt immer wieder von ihren Kämpfen und den überwundenen Hindernissen. Die Heldin hat hier also nichts mit dem Klischee der physischen Stärke zu tun. Mit ihrer Geschichte empowert sie andere, dass ihre Ziele machbar sind. Meiner Meinung nach ist der Jester (frei übersetzt „Schelm“) ihr ergänzender Archetyp, denn „Olli“ macht gerne Scherze und setzt ihre Statements (für Instagram) aus Buchstaben-Perlen. Sie probiert gerne neue Wege aus und vermittelt so „spielerische Leichtigkeit“ in einem ansonsten womöglich ernsten Thema.

Fazit: Dein Branding ist so individuell wie deine Arbeit

Archetypen sind ein großartiges Werkzeug, um eine psychologische Basis für dein Design zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger. Es kommt darauf an, deinem Branding Leben einzuhauchen, anstatt strikt einer Vorlage zu folgen.

Bei der Zusammenarbeit nutze ich diese psychologischen Muster im Hintergrund, um ein wirklich einzigartiges Design zu gestalten, was die Resonanz erzielt, die du dir wünschst.

Lass uns gemeinsam schauen, was deine Marke im Inneren ausmacht und daraus ein stimmiges Design entwickeln.

Übersicht der 12 Archetypen

Da es viele Abwandlungen des Archtypen-Konzeptes gibt, heißen sie je nach Quelle leicht unterschiedlich. Ich orientiere mich vor allem an den 12 Archetypen nach Carol S. Pearson. In dieser Übersicht nutze ich die männliche Form, weil sie so eher gesucht wird, es ist aber immer die weibliche Form gleichermaßen gemeint.

Ziel: glücklich sein, Glück verbreiten

Kernwerte: Ehrlichkeit, Einfachheit, Positivität

Wording: leicht, einfach, echt, natürlich, zusammen, lächeln, sanft, Fürsorge, Erinnerunge, Kindheit, klassisch, Basics

Ziel: herausfinden, wer man ist durch das Erforschen der Welt

Kernwerte: Freiheit / Unabhängigkeit, Abenteuer, Selbstverwirklichung

Wording: Abenteuer, Pfad, weg, das Unbekannte, Neues wagen, entdecken, erforschen, wandern, suchen, sich befreien, ausbrechen, Reise, Landkarte, weite Welt

Ziel: die Wahrheit herausfinden

Kernwerte: Wahrheit, Wissen, Ordnung, Analyse

Wording: zeigen, Perspektive, Wissen, Recherche, Mentor, klar, Wahrheit, Geduld, Weisheit, bewiesen, herausfinden, Einblick, lernen, verstehen, basierend auf

Ziel: seinen Wert durch Mut und die Überwindung von Hindernissen beweisen

Kernwerte: Mut, Tapferkeit, Stärke, Ausdauer, Gerechtigkeit, Handeln

Wording: Herausforderung (Challenge), deine beste Version, Stärke, Wille, über sich hinauswachsen, opfern, meistern, handeln, überwinden, unermüdlich, grenzenlos

Ziel: Revolution (oder Rache)

Kernwerte: Mut, Risikobereitschaft, Wandel, Freiheit, Unangepasstheit

Wording: radikal, anders, befreien, wild, unbändig, provokativ, neu, brechen, durchbrechen, infrage stellen

Ziel: Träume wahr werden lassen

Kernwerte: Wandel / Transformation, Erkenntnis, Wissen, Vision, Einfluss

Wording: außergewöhnlich, verstehen, wissen, fundamental, ändern, Wandel, wechseln, Wunder,  Potenzial, Transformation, Vision, vorstellen, manifestieren, entwickeln

Ziel: sich mit anderen verbinden

Kernwerte: Empathie, Einfachheit, Gleichheit, Zuverlässigkeit

Wording: wir, echt, einfach, gemeinsam, zusammen, gleich, so wie du, auch

Ziel: in einer Beziehung sein (auch mit Arbeit oder Erfahrung)

Kernwerte: Sinnlichkeit, Leidenschaft, Begehren, Ästhetik, Verbundenheit, Empathie, Feingefühl

Wording: teilen, gemeinsam, verletzlich, schön, Geschmack, Gefühl, Verlangen, Begehren, Herz, annehmen, anerkennen, charmant, unwiderstehlich, verfallen, Hingabe, näher, besessen

Ziel: jeden Moment voller Freude genießen

Kernwerte: Humor, Freude, Optimismus, Verspieltheit, Spontanität, Leichtigkeit

Wording: Freude, Spaß, Lachen, spontan (nutzt gerne Witze und Wordspiele, einfache Sprache)

Ziel: andere beschützen und umsorgen

Kernwerte: Empathie, Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit, Verlässlichkeit, Vertrauen, Sicherheit

Wording: sicher, SafeSpace, geschützt, vetrauensvoll, anlehnen, für dich, wenn du magst …

Ziel: etwas von langfristigem Wert erschaffen

Kernwerte: Kreativität, Fantasie, Innovation, Vision, Umsetzung, Selbstausdruck

Wording: vorstellen, erschaffen, kreiieren, neu, innovativ, Meisterstück, Vision, atemberaubend, unglaublich, fantastisch, Ideen, visualisieren, (es ist) möglich, Selbstausdruck, Original, Stell dir vor …, Was wäre wenn …?

Ziel: Kontrolle

Kernwerte: Qualität, Ehrgeiz, Erfolg, Autorität, Führung, Ordnung, Sicherheit, Stabilität

Wording: Das Beste, Höchste, Größte, Schnellste, …, Führung, Leader, dominieren, anführen, herausragend, skalieren, Status, Kontrolle, überwachen, Excellence, Befehl, Kommando, Prestige, Luxus, Premium, besitzen, Qualität

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