Wie sorge ich dafür, dass die Farben in meinen Drucksachen gut aussehen? Wie bekomme ich ein einheitliches Farbbild in verschiedenen Medien? Was bedeutet eigentlich CMYK und ist das wichtig für mich? Lies weiter, wenn du mehr wissen möchtest.
Heutzutage wenden die meisten Druckereien den Vierfarbendruck an, z.B. im Offset oder Digitaldruck. Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key) – kurz CMYK – bilden gemeinsam die sogenannte Prozessfarbe.
Ein Farbton wird dann meist so schriftlich festhalten: 1/10/20/70
Dabei stehen die Zahlen der Reihe nach für den Cyan-Wert, den Magenta-Wert, den Yellow-Wert und den Key-Wert (aufgerundet) von 1 bis 100 %.
Etwas Farbtheorie
Theoretisch kann man aus den drei subtraktiven Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb durch Mischung jede beliebige Farbe erhalten. So ergeben Gelb und Magenta zusammen Rot. In der Praxis reichen die Farbpigmente aber nicht aus, um z.B. ein tiefes Schwarz zu erzeugen. Mischt man Cyan, Magenta und Gelb erhält man bloß ein dunkles Braun. Darum gibt es noch die vierte „Farbe“: Schwarz bzw. „Key“. Unterschiedliche Farbschattierungen wie Hellblau oder Dunkelblau werden wiederum durch verschieden große Rasterpunkte dargestellt.
Sonderfarben im Druck
Vielleicht hast du schon mal die Angabe 4/0 in Dokumenten deiner Druckerei oder deines Grafikdesigners gesehen? Damit ist gemeint, dass eine Seite des Druckmediums, z.B. einer Visitenkarte, im Vierfarbendruck mit Farbe versehen wird, während die Rückseite nicht bedruckt wird. Die Angabe „4/4-farbig“ sagt also aus, dass beide Seiten farbig bedruckt werden.
Ein Sonderfall wäre z.B. die Angabe 5/0. Hier wird neben den genannten vier Farben (CMYK) noch eine Sonderfarbe gedruckt. Man kann auch „Schmuckfarbe“ oder „Volltonfarbe“ sagen. Wenn man beispielsweise einen Pantone– oder HKS-Farbton für sein Logo, eine Sympathiefigur oder Verpackung definiert hat, stellt man auf diese Weise sicher, immer und überall dieselben Ergebnisse zu erzielen, wenn man dieses Element als separaten Farbkanal drucken lässt.
Budget-Tipp für Gründer:innen
Der Druck von Sonderfarben ist durch den Mehraufwand in Gestaltung und Druck natürlich etwas höherpreisiger als der Standard Vierfarbendruck.
Man kann auch mit dem CMYK-Modus ein harmonisches Branding für Junggründer und Startups erschaffen, wenn man vorab überlegt, welche Medien benötigt werden (z.B. Visitenkarten, Briefbögen und Flyer). Dann ist es nämlich ratsam, eine Druckerei zu suchen, die all diese Medien im selben Papier anbietet. Es geht hier nicht um die Grammatur (das Papier-Gewicht), aber wenn die Visitenkarte auf glänzendem (gestrichenem) Papier gedruckt wird und das Geschäftspapier auf mattem Recycling Papier, werden die Farben kein einheitliches Gesamtbild ergeben. Für gleiche CMYK-Werte bei unterschiedlichen Druckereien gilt meist dasselbe.
Überlege also am besten vorab:
- Welche Farbwerte liegen für mein Unternehmen vor?
- Wie wichtig ist eine einheitliche Farbdarstellung? – Ganz klar: Sehr wichtig!
- Welche Medien sollen (auf lange Sicht) gedruckt werden?
- Auf welchem Papier? (Matt oder glänzend, schneeweiß, gräulich oder gelblich?)
- Wer kümmert sich um die Druckdatenaufbereitung samt Farbanpassungen?
Und was ist mit RGB-Bildern?
Dieser Farbmodus ist die Abkürzung für die drei Lichtfarben der additiven Farbmischung: Rot, Grün und Blau. Wenn man ein Bild im RGB-Modus drucken möchte, bekommt man häufig eine Warnmeldung von der Druckerei, dass das Bild nicht im geforderten CMYK-Modus angelegt ist und es zu unerwünschten Farbergebnissen kommen kann. In der Regel können alle RGB-Bilder automatisch von Druckereien in den CMYK-Modus umgewandelt werden, allerdings wird das Bild dann wahrscheinlich zumindest dunkler. Gerade die drei Grundfarben der RGB Farbpalette sind anfällig für solche Farbverschiebungen.
Es macht also immer Sinn, die Druckdaten professionell erstellen zu lassen. Alle Druckereien machen leicht unterschiedliche Vorgaben für optimale Druckergebnisse, die ein Profi problemlos umsetzen kann. Zudem wird ein Kommunikationsdesigner auf die Auflösung der einzelnen Motive achten. Denn was nutzt der schönste Flyer, wenn die Inhalte am Ende zu dunkel und/oder verpixelt sind? Damit bleibst du deiner Zielgruppe nicht positiv in Erinnerung.
Zusammenfassung
Wenn du für deine Marke die Farbwerte in CMYK, RGB und HEX vorliegen hast, kommst du damit schon sehr weit. Nutze für digitale Zwecke die RGB- oder HEX-Werte. Für Druckaufträge arbeite mit den CMYK-Werten und möglichst immer bei derselben Druckerei auf dem gleichen Papier.