Was du beachten solltest, wenn du dein Firmenlogo mit Künstlicher Intelligenz erstellst
Künstliche Intelligenz ist für die meisten fester Bestandteil ihres Marketings. Es liegt natürlich nahe, auch sein Brand Design inkl. Logo mit generativer KI wie Claude, Gemini, ChatGPT und Co. zu gestalten.
Strategie als Grundlage für dein KI Branding
Ich kann absolut nachvollziehen, dass es Freude macht, mit KI zu experimentieren und scheinbar „auf Kopfdruck Ergebnisse zu erzielen“. Da dein Branding das Fundament für dein ganzes Marketing darstellt und es etwas Zeit braucht, bis eine Marke sich etablieren kann, macht es Sinn, von Anfang an strategisch heranzugehen anstatt ständig wieder bei 0 anzufangen.
Definiere dein Business-Konzept und deine Zielgruppe. Überlege dir, wie eine Zusammenarbeit mit dir aussehen soll. Bist du z. B. eher intuitiv oder super strukturiert? Möchtest du eng mit deinen Kunden zusammenarbeiten oder möglichst wenig und eher digital? All das beeinflusst die Emotionen, die dein Design transportieren kann. So ziehst du gleich die Menschen an, die zu deiner Geschäftsidee passen.
Bevor du die KI-Ergebnisse dann auf deiner Webseite einsetzt, gibt es ein paar Dinge zu beachten:
Rechtslage zum Firmenlogo mit KI
Als Designerin kann und darf ich keine Rechtsberatung durchführen, möchte dir aber hier auf zwei wichtige Punkte aufmerksam machen:
- KI-Logos sind normalerweise urheberrechtlich nicht geschützt und dürfen damit von jedem verwendet werden. Für den Urheberrechtsschutz bedarf es nämlich der menschlichen Schöpfung und ein Prompt reicht dafür nicht aus.
- Da Künstliche Intelligenz aus bestehendem Material „lernt“, besteht immer auch das Risiko, dass sie bestehende Markenrechte verletzt, indem sie z. B. eingetragene Logos Dritter imitiert.
Du kannst dein KI-Logo mal in die Google Bildersuche (per Bild-Upload) eingeben und schauen, ob dort Ergebnisse angezeigt werden, die wie dein Firmenlogo aussehen oder zumindest sehr ähnlich. Diese schnelle „Recherche“ ist natürlich nicht ausreichend, um eine Urheberrechtsverletzung auszuschließen, gibt dir aber zumindest einen allerersten Eindruck. Eine Prüfung von einem Rechtsbeistand, die auch das Markenregister einschließt verschafft dir Klarheit.
Branding-Farben und Farbpaletten mit KI
Der Farbraum der ausgegebenen Datei ist dann RGB / HEX, also der Modus für digitale Medien. Für saubere und einheitliche Druckergebnisse benötigst du die CMYK-Werte, im Sonderfarben-Druck Pantone oder Ähnliches. (Mehr dazu hier.)
Ich habe auch schon häufiger erlebt, dass die KI zwar Farbwerte für die gängigen Modi auflistet, diese aber nicht oder nur zum Teil mit den abgebildeten Farben übereinstimmen. Zumindest die RGB/HEX-Werte kannst du ja in Canva eingeben und so überprüfen.
Achte auch darauf, dass die Farbpalette für dein Branding nicht einfach nur „schön“ aussieht, sondern auch einen guten Kontrast bietet. Du brauchst mindestens eine helle und eine dunkle Farbe, die sich gut voneinander trennen, sodass z. B. Texte in dieser Farbkombination gut lesbar sind. Denn was bringt dir die knackigste Hook, wenn sie am Ende niemand lesen kann? Den Kontrast der Farben kannst du online z. B. über Kontrastchecker nachprüfen, indem du deine Farbwerte dort eingibst.
Dateiformate beim Firmenlogo mit KI
Generative KI gibt ihre Branding- und Logo-Vorschläge in der Regel als Pixel-Dateien aus. Entweder als JPG oder PNG. Bei letzterem kannst du zumindest den Hintergrund entfernen, sollte einer vorhanden sein. Bei JPGs ist das leider keine Option, da sie keine Transparenz unterstützen.
Der Nachteil von pixelbasierten Dateien ist, dass sie je nach verwendeter Größe unscharf aussehen. Und die KI-Vorlagen sind meist schon von sich aus nicht in besonders hoher Auflösung herunterladbar. Der Druck deines Firmenlogos kann da schon mal problematisch werden.
KI-Firmenlogo vektorisieren
Bestimmte Einsatzgebiete wie Folierungen von Fenstern und Fahrzeugen erfordern ein Vektor-Logo. Das ist sowieso die beste Grundlage für diverse Anwendungen, denn Vektor-Dateien sind frei skalierbar, ohne Qualitätsverlust.
Es gibt Online-Tools, wo du dein KI-Logo als JPG oder PNG hochladen kannst und es als Vektor-Datei (meist EPS) herunterladen kannst. Ein Beispiel, wo das sogar kostenlos geht, ist Adobe Express. Dort bekommst du ein SVG in Vektor-Form. Je nachdem, wie komplex dein Logo ist und gerade bei Texten ist das Ergebnis aber meist nicht zufriedenstellend.
Wenn du dein Firmenlogo in Vektor-Form benötigst, kannst du auch einen Designer oder Grafiker beauftragen. So bist du von Anfang an gut gerüstet für alle Einsatzgebiete. Sollten dir Details an der KI-Vorlage nicht gefallen, hast du Gelegenheit diese anpassen zu lassen.
In diesem Beispiel siehst du, dass ich unnötige Elemente wie die beiden Querstriche und den Bogen unten aus dem Logo entfernt habe. Außerdem haben wir die Farben angepasst und auf einen guten Kontrast geachtet. Der Schein-Effekt im Oval der Vorlage ist nicht in jedem Medium umsetzbar, z. B. bei Stempeln. Wir haben also eine Version mit Schein angelegt und eine ohne (s. weiter unten).
KI kann Fehler machen, auch beim Logodesign
Mir begegnen immer noch häufig Logos, die fehlerhaft sind. Da wird z. B. ein Daumen auf der falschen Seite platziert oder gleich ein zusätzlicher Finger eingearbeitet. Solche Unstimmigkeiten lassen dein Unternehmen unprofessionell wirken. Es vermittelt unterschwellig die Botschaft „Mein Anspruch (an meine Arbeit) ist nicht so hoch.“
Ich schaue ja regelmäßig „Die Höhle der Löwen“, wo Gründer und Start Ups ihre Geschäftsideen vorstellen, um Investoren und Sparringspartner (die Löwen) für sich zu gewinnen. Man lernt durch die Rückfragen einiges, was man auch für die eigene Selbstständigkeit mitnehmen kann.
Dort war im September 2026 auch ein Unternehmer mit seiner Erfindung „SchaumPo“, einem Duschkopf-Aufsatz, der Schaum zum Baden produziert. Ich will hier gar nicht auf das Produkt eingehen, aber deim Logo ist mir sofort aufgefallen, dass die Pupswolke vom Einhorn über dem Schweif liegt, was einfach keinen Sinn macht. Den Löwen ist dann noch zusätzlich aufgefallen, dass das kleine „m“ einen Bogen zu viel hat – auch ein typischer KI-Fehler, den ein Designer für dich korrigieren kann.
Er oder sie kann auch die Farbtöne prüfen, den Kontrast optimieren und dir die Werte für alle gängigen Farbsysteme zusammenstellen. Diese Infos in einem Styleguide (s. Bild unten), wie du ihn von mir bekommst, parat zu haben, ist eine super Hilfe bei der Zusammenarbeit mit Produzenten wie z. B. Druckereien.
Möchtest du Unterstützung?
Hast du auch ein KI-Branding mit dem du soweit zufrieden bist, welches du nun druckbereit machen und optimieren möchtest? Dann melde dich gerne bei mir! Schreib mir einfach eine Mail – am besten gleich mit der Vorlage. Ich melde mich zeitnah bei dir.
ÜBER DIE AUTORIN
Wer hier für dich schreibt
Ellen Herbst-Wüller ist Kommunikationsdesignerin B. A. und seit über 11 Jahren selbstständig mit eigenem Grafikstudio.
Sie unterstützt (angehende) Unternehmerinnen dabei, ihre Selbstständigkeit nach ihren eigenen Vorstellungen aufzubauen – zum einen mit strategischem Design, was die gewünschten Kunden anzieht und den professionellen Auftritt in allen Medien ermöglicht. Zum anderen mit Beratung, damit auch leisere Menschen ihren Weg in die Sichtbarkeit finden.